In Österreich wird Ungehorsam gegen die Kirche nicht sanktioniert

In Österreich haben dreihundert katholische Priester erklärt, die kirchlichen Vorschriften nicht mehr einhalten zu wollen. Die Bischöfe stehen dem mehr oder weniger hilflos gegenüber. Aber diese Entwicklung ist die Folge davon, dass die Oberhirten jahrzentelangem Ungehorsam niemals energisch entgegengetreten sind. Allerdings drängt sich einem da auch der Verdacht auf, dass manche Bischöfe mit den Bestrebungen dieser sog. „Reformer“ vielleicht selbst liebäugeln. – Arme Kirche! Wohin bist du geraten!

Es gibt Wahrheiten, die man nicht aussprechen darf

In einem Leserbrief, den die katholische „Tagespost“ bis jetzt nicht zu veröffentlichen gewagt hat, heißt es:

„Im Interview der Zeitung „Kurier“ vom 17.8. wurde Pfarrer Schüller gefragt: „Warum gehen Sie eigentlich nicht zur evangelischen Kirche? Dort hätten Sie die ganzen Probleme nicht“. Diese und ähnliche Fragen werden den „Reformern“ heute immer und immer wieder gestellt. Ja, man kann sich wirklich fragen: Warum haben sich diese „Reformer“ in den Kopf gesetzt, ausgerechnet die katholische Kirche zu zerstören?

Wenn man den geistigen Hintergrund der heutigen Krise genauer betrachtet, ist die Antwort darauf m. E. nicht schwer: Es sind die Mächte der Finsternis, die hinter diesen Bestrebungen stehen. Sie wollen die Kirche zerstören und sind nicht sonderlich daran interessiert, ob es ein paar Katholiken mehr oder weniger zu den Protestanten übertreten.

Sicherlich, man muss den „Reformern“ zugute halten, dass sie sich nicht bewusst sind, wer letztlich hinter ihren Bestrebungen steht. Aber vielleicht ist es überhaupt ein Kennzeichen unserer Zeit, dass wir blind geworden sind für die Mächte, die im Hintergrund der heutigen Ereignisse – und besonders auch der gegenwärtigen Kirchenkrise – agieren.“

Konstruktionsfehler des von der Bischofskonferenz initiierten Dialogprozesses:

  • Die heutige Glaubenskrise kann nicht durch Gespräche überwunden werden, vor allem dann nicht, wenn ein Teil der Gesprächspartner den eigenen Glauben nicht mehr kennt.
  • Eine Einengung der Gespräche durch vorgegebene Fragestellungen und durch eine Regie, die eine Diskussion über die unterschiedlichen Glaubenspositionen nicht zulässt, verurteilt den Dialogprozess von vorneherein zum Scheitern.
  • Die einseitige Auswahl der Gesprächspartner, vor allem aus den Reihen der Hauptamtlichen und des Verbandskatholizismus hat dazu geführt, dass die Vertreter einer durch die Medien propagierten modernistischen Einstellung in der Mehrheit sind, die am katholischen Glauben Festhaltenden aber in der Minderheit, so dass sie sich in den Stuhlkreisen kaum Gehör verschaffen können.

Thesen um Dialogprozess der Deutschen Bischöfe:

  • Der Dialogprozess bietet denen ein Podium, die die katholische Kirche auf das Niveau der evangelischen Gemeinschaften absenken wollen. Wozu soll das führen? Zu einer von Rom getrennten Nationalkirche? Oder will man bewusst in Kauf nehmen, alle zu frustrieren, die seit Jahren diese Forderungen stellen? Oder denkt man gar daran, dass die Weltkirche sich die deutschen Forderungen zu Eigen macht? Das wäre das Ende der katholischen Kirche.
  • Die Eingangsfrage für den Dialogprozess lautete: „Wo stehen wir heute?“ Richtig aber müsste sie heißen: „Herr, was ist Dein Wille heute für Deine Kirche? Was soll nach Deinem Willen geändert werden? Wo sind wir von Deiner Wahrheit abgewichen?“ – Leider herrscht bei vielen aber die Frage vor: „Was ist mein Wille in Bezug auf die Kirche? Was will ich gerne anders haben?
  • Viele haben heute vergessen, dass die Kirche von allem Anfang an vom Heiligen Geist geleitet wurde und dass nur sein Geist den zukünftigen Weg der Kirche bestimmen kann. Wer sich nicht bewusst für diesen Geist öffnet und sich von ihm leiten lässt, der ist als Gesprächspartner für den Dialog ungeeignet. Offenheit für den Heiligen Geist ist da vorhanden, wo Menschen nach Heiligkeit streben.
  • Satan setzt alles daran, die katholische Kirche zu zerstören. Es ist sein Werk, wenn die Kirchen sich heute leeren, die Menschen die Kirche in Scharen verlassen, die Priesterberufe abnehmen, die Ehen massenhaft scheitern und eine weitverbreitete Glaubensunsicherheit die Menschen verstört.
  • Wer sagt, dass es Satan nicht gibt, der beweist, dass er fern ist vom Heiligen Geist; denn der Geist öffnet durch die Gabe der Unterscheidung die Augen für die finsteren Mächte und ihr Wirken.
  • Der Heilige Geist ist kein Geist der Rebellion und des Ungehorsams. Er macht auch niemals bereit, mit der Sünde zu paktieren oder ihr gegenüber „großzügig“ zu sein.
  • Die deutsche Bischofskonferenz ist einem Kapitän vergleichbar, dessen Kompass auf hoher See versagt, und der nun von der Schiffsbesatzung erfahren möchte, welcher Kurs er jetzt wohl einschlagen soll.
  • Das Thema „Neuevangelisation“ ist eines der für die Zukunft der Kirche wichtigsten Themen. Es wurde beim Dialogprozess in Mannheim kaum angesprochen, wohl, weil sich viele nicht vorstellen können, dass heute Menschen tatsächlich neu zum Glauben finden können. Der Glaube hat allerdings nur da seine Anziehungskraft, wo er voll und ohne Abstriche verkündet wird. Das geschieht in Deutschland freilich nur sehr selten – und vor allem geschieht es in den Pfarrgemeinden kaum noch.
  • Aus meiner Sicht ist der Dialogprozess so angelegt, dass die eigentlichen Probleme gar nicht zur Sprache kommen können, nämlich dass wir in Deutschland den katholischen Glauben weitgehend verloren haben. Bei uns wird die Todsünde unwidersprochen von Priestern und Bischöfen geduldet, ja sie ist jetzt sogar „eucharistiefähig“ geworden.

Bischof lobt Charismatische Erneuerung

Künzell Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen hat die Anhänger der innerkirchlichen Bewegung „Charismatische Erneuerung“ ermutigt, ihr Werk des Aufbruchs in der Kirche fortzusetzen.

„Ich rechne mit Ihnen als Botschafter, die andere Menschen abholen und mitnehmen auf dem Weg gegen die Angst und die Lähmung, die sich in unserer Kirche breit machen“, sagte Algermissen beim Deutschlandtreffen der Bewegung. 1200 Anhänger der Bewegung sind noch bis Sonntag im Gemeindezentrum Künzell versammelt. Mit etwa 1000 von ihnen feierte Algermissen gestern die Messe.

Innerhalb der Kirche ist die Bewegung nicht unumstritten. Algermissen stärkte ihr deutlich den Rücken: „Helfen Sie mit, dass die Kraft des Geistes in unseren Gemeinden lebendig wird. Sie sind nur wenige. Aber der Sauerteig ist immer nur eine kleine Menge. Wir brauchen Sie.“

Der Bischof verlangte eine andere Haltung von Teilen seiner Kirche. „Wir müssen von unserer Botschaft überzeugt sein. Es muss in mir brennen. Nur dann kann ich auch für andere leuchten. Sonst ist unsere Botschaft öd, fad, geistlos und langweilig, wie so oft in unseren Gemeinden.“ Die Gläubigen müssten hinaus gehen in die Welt und erklären, warum sie so anders sind. Nach Pfingsten seien die Jünger nicht auseinander gelaufen, um die Botschaft zu verkünden, sondern die Menschen seien zu ihnen gekommen, um zu erfahren, warum die Jünger so anders seien und was sie glaubten.
„Wenn wir die Fragen der Menschen aufnehmen, wäre ein neuer Frühling in der Kirche möglich“, sagte der Bischof.

Algermissen nahm die Bewegung aber auch in die Pflicht: „Charisma außerhalb der Amtskirche wäre Anarchie. Aber ein Amt ohne Charisma wäre nur Funktionärstum, ihre Vertreter wären Apparatschicks“, sagte der Bischof in seiner Predigt, die mehrfach von Beifall unterbrochen wurde.

Diakon Helmut Hanusch, Sprecher der Charismatischen Erneuerung, dankte Algermissen für die „ermutigenden Worte“, wie Hanusch sagte. „Wir brauchen Ihre Hilfe und Rückenstärkung. Ihr Wort ist wichtig, weil wir oft noch als Sekte bezeichnet werden. Besonders verheerend ist es, wenn dieses Wort in Generalvikariaten fällt“, klagte Hanusch. „Mitarbeiter eines Generalvikariats zu sein, schützt vor Torheit nicht“, erwiderte Algermissen.

Die Messe zelebrierte der Bischof, begleitet von Bischofskaplan Dirk Gärtner, gemeinsam mit Pfarrer Bernhard Axt aus Neuhof und den Diakonen Michael Kammerlange (Augsburg) und Matthias Beering (Paderborn).

„Nur Begeisterte können andere begeistern“!

Bischof Heinz–Josef Algermissen auf dem Deutschlandtreffen der „Charismatischen Erneuerung“ in Fulda

„Den Jordan überschreiten“: dieses herausfordernde Thema stand über dem Deutschlandtreffen der „Charismatischen Erneuerung“ (CE), das vom 2. bis 5. Juni in Fulda–Künzell stattfand. Die etwa 1400 Teilnehmer verschiedenen Alters bekamen viele ermutigende Impulse – auch vom Fuldaer Bischof Heinz–Josef Algermissen.

„Helfen Sie mit, dass die Kraft des Geistes in unseren Gemeinden lebendig wird“,“
appellierte Algermissen an die etwa 1000 Gläubigen, mit denen er am Freitag nach Himmelfahrt in der Kreissporthalle die Heilige Messe feierte. Ist es doch die Kraft des heiligen Geistes, „die wir heute in unserer Kirche mehr brauchen als das Brot auf unseren Tischen. “

Ausgehend vom Pfingstereignis, der Begeisterung der Jünger damals, warb der Bischof für eine veränderte Haltung innerhalb der Kirche heute: „Zuerst muss der Funke in uns sein, zuerst muss es in mir brennen, dann kann ich für andere leuchten. Nur selbst Begeisterte können andere begeistern. Sonst ist unsere Botschaft öd, fad, geistlos und langweilig, wie so oft in unseren Gemeinden.“ “ Außerdem sei es wichtig, die Fragen der Menschen aufzunehmen. Dann „wäre ein neuer Frühling in der Kirche möglich“.

Mit einem biblischen Beispiel ermutigte Algermissen seine Hörer, ihren Beitrag zu leisten. „Sie sind nur wenige. Aber der Sauerteig ist immer nur eine kleine Menge. Wir brauchen Sie!“ Dabei liegt dem Bischof einiges daran, dass die „Charismatische Erneuerung“ als Bewegung in die Kirche
eingebunden bleibt. „Charisma außerhalb der Amtskirche wäre Anarchie.“ Doch umgekehrt gelte auch: „Ein Amt ohne Charisma wäre nur Funktionärstum, ihre Vertreter wären nur Apparatschicks.“ “

Immer wieder aufkommender Beifall zeigte, wie sehr Algermissen den Teilnehmern aus dem Herzen sprach. Schließlich sind für die Anhänger der CE das Wirken des Heiligen Geistes und insbesondere der Gebrauch der Geistesgaben (Charismen) wesentliche Elemente des christlichen Lebens. Und nicht selten treffen sie innerhalb der Kirche auf Unverständnis.

Umso dankbarer zeigte sich Diakon Helmut Hanusch, Sprecher der CE Deutschland, der die Worte Algermissens als „sehr, sehr ermutigend und sehr, sehr hilfreich“ bezeichnete. Manchmal würde die CE noch als Sekte bezeichnet. „Besonders verheerend ist es, wenn dieses Wort in Generalvikariaten fällt“, sagte Hanusch. „Mitarbeiter eines Generalvikariats zu sein, schützt vor Torheit nicht“, warf Algermissen ein.“
Hanusch bat um weitere Rückenstärkung. „Wir brauchen die Hilfe der Hirten und Bischöfe.“ Es sei wichtig, dass die verschiedenen Bereiche der Katholischen Kirche zusammenarbeiten. Dann, so zeigte sich Hanusch zuversichtlich, werde es mit Gottes Segen und Hilfe gelingen, „den Jordan zu überschreiten“.

Text: Beate Dahinten (bd)